Dienstag, 1. September 2009

Eine schreiende Nacht

Schweißgebadet wache ich auf. Ich schaue mich in meinem Zimmer um. Alle Kissen vom Bett geworfen. Direkt neben mir liegt Meo friedlich und schläft. Kaum erinnere ich mich noch an meinen Traum von letzter Nacht.

Ich lief einen Feldweg entlang. Ringsherum waren vereinzelt Bäume zu sehen ansonsten bestand mein ganzer Blickfeld aus endlos weiten Wiesen und Felder. Links neben mir ging Meo. Ich pflückte ein paar Blumen und als ich wieder aufschaute stand ich vor einem Wald. Der Wald sah düster aus. Ich wollte nicht hineingehen deshalb blieb ich eine Weile vor ihm stehen. Nach einiger Zeit merkte ich wie mich jemand von der Seite anstarrte. Ich sah nach links und sah einen kleinen Jungen mit braunen kurzen etwas lockigen Haaren und braunen Augen. Er lächelte mich an. Als Antwort darauf guckte ich, ein wenig zweifelnd in seine Augen. Ich rührte mich lange Zeit nicht. Alsbald ich mich bewegen wollte sprach der Junge: "Halt ein", und ich zuckte zusammen und blieb auf der Stelle stehen. Als ich ihn fragte warum, gab er mir keine Antwort. Als ich nun das zweite Mal losgehen wollte, sagte er wieder "Halt ein", ich jedoch widerstrebte seinem Befehl und ging einen Schritt an hinten. Sofort zog der Junge eine Kettensäge hervor. Klein war sie, fast wie ein Spielzeug und stupfe Messer hatte sie. Er stürzte sich auf mich. Meo versuchte mich zu verteidigen, aber achtlos trat der Junge die Katze zur Seite. Von da an weiß ich nichts mehr...

An meinem Hals spürrte ich ein scharfes stechen. Ich stand auf und stattete dem Badezimmer ein Besuch ab. Nachdem ich meine Zähne geputzt hatte geäugte ich die stechende Stelle. Sie sah tatsächlich schlimmer aus als ich sie mir vorgestellt hatte. Zu sehen war ein etwa pflaumengroßer start geröteter Punkt. Ich beschloss zum Arzt zu gehen.

Als ich wieder ins Schlafzimmer ging ist Meo mittlerweile auch wach geworden. Schnurrend streifte er meine Beine. Im Esszimmer angelangt, füllte ich zuerst Meos Milchschale um ihm daraufhin eine Dose Fisch auzumachen, die er mit Genuss verzehrte. Ich stattdessen verspeiste meine allmorgendliche Portion Müßli. Nach dem Aufräumen und einer intensiven Kuscheleinheit mit Meo habe ich mich erinnert, dass ich noch zum Arzt wollte. Jacke angezogen (es war mittlerweile schon kalt draußen. Bei uns würde man sagen etwa 10°C), Schuhe geschnürt und aufgemacht zum Arzt (wobei man bedenken muss, dass es hier keinen Arzt gibt, sondern eher einen Wundheiler - wie es der Zufall will ein Kater und deshalb in meiner Gunst automatisch weiter oben - der einem lediglich möglich Behandlungsvorschläge macht).

Auf meinem Weg zum Arzt ist nichts bemerkenswertes passiert. Ich habe ein paar Tierfreunde getroffen und diese gegrüßt. Beim Arzt angekommen fand ich seine Praxis leer vor. Das kam mir gerade recht da ich nicht vorhatte zu warten.

Als ich letzendlich ehrfahren habe, dass ich von einer Riesenhornisse gestochen wurde - sie müsste wohl durch mein Fenster geflogen sein. Allein schon bei der Vorstellung sich solch einem Tier auf einen Meter zu nähern kommt in mir Panik auf, aber von einer gestochen worden zu sein... Nungut der Doktor wird wohl recht haben. Am besten sollte ich auf den Stich eine spezielle Pilzheilsable (das Rezept hat er mir aufgeschrieben) reiben und versuchen zu schlafen.

Auf dem Weg nach Hause machte ich noch einen Abstecher in den Wald (wohlgemerkt, hier gibt es keine Supermärkte). Bei der Suche nach Pilzen fiel mir an einem Baum etwas komisches auf. Er schien ein wenig zu leuchten. Als ich mich ihm näherte sah ich immer deutlicher eine Kontur erscheinen. Als ich nun ein Meter vor dem Baum stand sah ich den Jungen aus meinem Traum (nicht nur, dass er der aus meinem Traum war, nein ich habe schon 6 Jahre keinen lebenden Menschen mehr gesehen). Er stand genau wie im Traum vor mir. Klein und braun jedoch mit einem schmeichelhaften Lächeln auf den Wangen. Kaum wollte ich mich umdrehen und fliehen sprach er "Halt ein" ich aber dreht mich 180° um meine eigene Achse und rannte wie ich noch nie gerannt bin. Zurück ins Dorf zu meinem Haus welches das vorletzte der langen Straße ist. Auf meinem Weg schauten mich die Tiere die ich in meinem Wahn passierte verständnislos an und schüttelten die Köpfe. Einer schrie sogar "Hey mach mal halblang!".

Zu Hause an gekommen verschloss ich alle Fenster und verrigelte die Tür. Das miauzen meine Katers nahm ich garnicht erst war. Ich zog mein Nachthemd an und legte mich in mein Bett. Nachdem ich fast eine Stunde krampfhaft versuchte einzuschlafen holte mich der Schlaf ganz langsam in sein Reich. Das letzte was ich spürte war das schmerzhafte Pochen des Stichs...

Dienstag, 25. August 2009

Emiles Haus

Das Haus kann man sich als ein sehr komplexes Höhlensystem mit einer Länge von rund zwei kilometern vorstellen, wobei davon nur rund 200 meter benutzt werden. Wenn man in Emilies Haus kommt sieht man als erstes einen Schuhständer (Emilie hast es mit Schuhen in der Wohnung zu laufen und jeder der bei ihr einkehrt muss seine Schuhe ausziehen). Die linke Tür führt in die Küche. Hier gibt es nur einen normalen Gasherd, zwei Töpfe, einen Tisch für zwei Personen und zwei einfache Holzstühle (Emilie ist nicht sehr wohlhabend). Wenn man nun in die Tür geradeaus geht (also die rechte Tür vom Eingang aus) kommt man in Emilies Schlafgemach. Sie liebt es königlich zu schlafen und sieht auch ihr Schlafzimmer aus. Sie hat ein großes zwei mal zwei Meter großes Himmelsbett. Auf ihrem Bett liegen 13 Kissen und zwei Decken. Ihre Matratze ist die Beste die man weit und breit kaufen kann. Um sich nach dem schlafen frisch machen zu können hat sie links gesehen ein einfaches Badezimmer mit einer Toilette einer Dusche und einem Waschbecken. Das letzte Zimmer (geradeaus von Eingang gesehen) ist das Wohnzimmer. Hier steht ein Klavier (Emilie liebt Musik und spielt fast 2 Stunden täglich hierauf) ein großer Esstisch und ein kleiner Fernseher. (Alles ist noch ein Nachlass aus der menschlichen Welt).

Zu Emilies Umgebung

Emilies Welt spielt sich im Groben in der Welt der Tiere ab. Sie selbst jedoch stammt aus einer vollkommen menschlichen Familie und hat nur durch ihren frühzeitigen Verstoß durch ihre Eltern den Weg in die Tierwelt gefunden und lebt dort in Frieden mit ihnen zusammen.

Ihr liebster Freund ist der Kater "Meo". Meos Fell hat sich innerhalb der Jahre von grau braun zu einem, mehr oder minder, grauen Fell entwickelt. Die drei Schwarzen Flecken liebt Meo sehr, wobei sein Lieblingsfleck der an seinem linken Ohr ist.

Emilie teilt so gut wie jedes Geheimnis mit Meo. Im Prinzip hat sich Meo zu Emilies Lebenspartner entwickelt. (Man könnte sogar sagen sie wären Mann und Frau). Zum Beispiel hat er Emilie die Sprache der Tiere beigebracht, wobei man generell nicht von einer "Tiersprache" sprechen kann. Mehr ist es ein, für Menschen unverständliches, knartschen und krächzen wobei man du Tiersprache viel mehr Emotionen ausdrücken kann als es mit menschlicher Sprache je vorstellbar wäre.

Freitag, 21. August 2009

Zu Emilies Person

Emilie ist ein kleines 8 jähriges Mädchen das von seinen Eltern in jungen Kinder-, oder muss man sogar sagen Säuglingsjahren, verstoßen wurde und sich von diesem Zeitpunkt an alleine durch die Welt schlägt (wobei auf die Welt später ausführlich eingegangen wird). Für ihr Alter ist sie vielen - auch Erwachsenen - schon weit voraus.

Heute hat sie wie auch gestern und die Jahre davor ihr knielanges rotes Lieblingskleid an welches sie zu ihrem ersten Geburtstag geschenkt bekommen hat. Verwunderlicherweise ist sie nicht aus dem Kleid herausgewachsen sondern es ist, mit ihr mitgewachsen.

Trotz ihres jungen Alters hat Emilie schon die Gesichtszüge einer 15 Jährigen. Ihre blauen Augen, werden zum Teil von ihren etwa schulterlangen blonden Haaren bedeckt. Ihre kleine Stupsnase sitzt etwa einen centimeter über ihren schmalen zusammengekniffenen Lippen.